Zum 01. Oktober 2017 hat sich bei Stick-Tutorials.de einiges geändert – hier habe ich davon berichtet. Nun hat sich in unserer FB-Gruppe eine kurze Diskussion zum Thema entwickelt; daher möchte ich hier noch einmal etwas ausführlicher zum Thema schreiben.

Wie alles anfing – nur Kurse

Als Stick-Tutorials.de 2010 entstand, war geplant, dass Stick-Tutorials.de Kurse und Tutorials zum Thema „Sticken auf der Maschine /Sticksoftware“ anbieten sollte.

Damals habe ich mit Embird begonnen. Einfach deswegen, weil das die Sticksoftware war, die ich damals überwiegend selbst verwendet habe. „Damals“, also 2010, hatte ich noch zusätzlich zu Stick-Tutorials.de einen Online-Shop für Stickdateien (den gibt es schon lange nicht mehr).

Stick-Tutorials.de war zunächst ein „Zubrot“, das sich schnell zu meinem einzigen Standbein entwickelt hat. Die Embird-Kurse verkauften sich von Anfang an sehr gut.

Der Handel mit Embird-Lizenzen kommt dazu

Dann kamen erste Kunden-Anfragen: Man würde ja gerne die Kurse machen, aber dazu bräuchte man halt Embird. Und das konnte man damals fast nur in englischsprachigen Shops kaufen. Da konnte ich Abhilfe schaffen und seit 01. November 2010 verkaufte ich nicht nur Kurse, sondern auch Lizenzen.

Auch die Lizenzen verkauften sich gut. So gut, dass ich „nur“ mit Embird (den Kursen und dem Lizenzhandel) Vollzeit beschäftigt war. Stick-Tutorials.de hätte jetzt treffender den Namen „Embird-Tutorials.de“ gehabt… 😉

Viele meiner Embird-Kunden hatten Fragen. Vor dem Kauf etwa: Was ist denn dieses Embird? Welche Module brauche ich? Läuft das mit meiner Stickmaschine? Kann ich damit…. machen? Nach dem Kauf etwa: Wie installiere ich das denn? Welche der Download-Dateien brauche ich? Wie kriege ich das auf einen zweiten Rechner? Wohin mit der Lizenznummer? Alle diese Fragen habe ich selbstverständlich beantwortet.

Es ist mir wichtig, dass meine Kunden mit dem, was sie bei mir gekauft haben, auch wirklich etwas anfangen können. Wenn es ein Problem gibt, helfe ich.

Mit den Jahren kamen zunehmend Fremdkunden zu mir, die mit ihrem bei einem anderen Händler gekauften Embird Probleme hatten. Wie gehe ich jetzt damit um? Bei Kleinigkeiten habe ich geholfen, bei aufwendigen Problemen nicht. Mein Service sollte meinen Kunden vorbehalten bleiben. Die hatten schließlich dafür bezahlt. Und es geht meiner Meinung nach nicht an, dass meine Kunden zu kurz kommen, weil ich meine Zeit für Fremd-Kunden aufwende.

Der Handel  kostet viel Zeit

So habe ich viel Zeit mit der Beratung rund um die Erstanschaffung von Embird verbracht. Zunehmend aber kam es in den letzten 2 Jahren dazu, dass viele derjenigen, die ich beraten hatte, denen ich z.B. bei der Installation der Testversion geholfen hatte oder denen ich Testdateien erstellt hatte, ihr Embird bei einem anderen Händler oder direkt beim Hersteller kauften – weil es da einige Euro billiger war.

Das hat mich zunächst natürlich geärgert, zunehmend aber wurde es zum Problem sowohl für meine Stammkunden als auch für mich. Der Löwenanteil meiner Arbeit steckte Tag für Tag im Handel – für neue Kurse blieb zunehmend weniger Zeit.

Und ja, bisweilen war es „befremdlich“ wie es jemand in der FB-Diskussion nannte. Es gab Kunden, die bei mir genau 1 Alphabet gekauft haben (und alle Embird-Module zeitgleich woanders), sich dann aber bei mir bei der Installation des gesamten Embirds haben helfen lassen. Per Telefon oder per Fernwartung. Sie waren ja „meine Kunden“ und hatten also ein Recht auf meinen Support.

Wenn so etwas einige Male passiert – kein Thema. Wenn es aber jede Woche mehrere Male passiert – dann mag ich das so nicht mehr.

Allein der Preis entscheidet – Embird-billiger.de entsteht

So ist Ende Oktober 2016 (letztes Jahr also!) Embird-billiger.de entstanden. Dort habe ich einen „Discounter“ gestartet, der Embird-Lizenzen zum kleinen Preis und mit kleinem Service vertreibt.

Zunächst lief der Discounter noch parallel zum Verkauf der Lizenzen auf Stick-Tutorials.de. Diese Parallelität hat sich nicht bewährt, also habe ich 11 Monate später den Handel mit Embird-Lizenzen auf Stick-Tutorials.de beendet.

Mehr Zeit für Kurse

Zukünftig wird Stick-Tutorials.de wieder mehr Zeit für neue Kurse haben.

Und ja, wenn alles so läuft wie geplant, dann wird Stick-Tutorials.de bald auch Kurse zu anderer Sticksoftware als Embird anbieten.

Ich mache jetzt gar keine Presales-Beratung mehr für Embird.

Embird-billiger.de verkauft Lizenzen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Bestellabwicklung bei Embird-billiger.de macht eine Aushilfe. Natürlich gibt es den Stick-Tutorials.de-Kurs „Embird installieren, registrieren und updaten“ jetzt bei Embird-billiger.de nicht mehr kostenlos zum Kauf dazu! Wer den Kurs möchte, kann ihn jederzeit in der Academy kaufen.

Ich biete jetzt für Neukunden (für Stammkunden bleibt selbstverständlich alles beim alten!) keine kostenlose Installations- oder Registrierungberatung mehr. Wer die möchte, kann sie bei Stick-Tutorials.de kaufen.

Persönlich fühle ich mich mit dieser Entscheidung sehr wohl. Ich ärgere mich nicht mehr jeden Tag darüber, wo meine Zeit bleibt.

Und: In letzter Zeit sind gerade Anfragen von Embird-Interessenten im Ton oft sehr „ruppig“ geworden – da gibt es kein Bitte und kein Danke, da wird gedrängelt, genölt oder geschimpft. All das ist jetzt kein Thema mehr.

Mein Unternehmensberater hat mir davon abgeraden, den Handel auszulagern. Ich habe mich trotzdem dafür entschieden. Die Zeit wird zeigen, ob es eine richtige Entscheidung war.


Sie lesen immer noch? Das freut mich! Dann interessiert es Sie wirklich, was hier bei Stick-Tutorials.de geschieht.

Konkretes Beispiel

Darf ich das Ganze gerade noch an einem ganz konkreten Beispiel erläutern? Aktuell steht das Update auf Embird 2018 an. Der Embird-Hersteller hat es heute seinen Händlern angekündigt. Das Update von Embird 2017 auf Embird 2018 wird für alle Nutzer kostenpflichtig. Die Lizenz für das „kleinste“ Update (also von Embird 2017 auf Embird 2018) wird ca. 40 € kosten. Wie geht man als Händler mit dieser Aufgabe um? Welche Probleme stellen sich?

  • Die entsprechenden Produkte im Shop müssen aktualisiert werden – neue Produktbilder, alle Download-Links müssen angepasst werden, die Preise auch.
  • Allein in Deutschland werden mehrere Tausend Embird-Nutzer das Update in einem Zeitrahmen von wenigen Wochen machen wollen – genau vor Weihnachten.
  • Viele Nutzer werden Fragen haben: Wo gibt es das Update? Wie mache ich das? Kostet das was? Brauche ich das?
  • Die Update-Bestellungen müssen abgewickelt werden – also das Update beim Hersteller bestellt werden, Rechnungen geschrieben, Zahlungsaus- und -eingänge müssen verbucht werden, Probleme bei der Zahlungsabwicklung müssen mit den Kunden geklärt werden
  • Und ja, als Händler schlägt man sich auch mit Spaßbestellungen herum…
  • Dann müssen Fragen zum Thema „Wie installiere ich das“? beantwortet werden
  • Und es muss natürlich Hilfestellung gegeben werden bei den Problemen, die bei einem solchen Update auftauchen – „ich habe das Update installiert und jetzt geht xyz… nicht mehr“
  • Zu allerletzt sind dann immer noch die Fragen zum Thema „Ich kann meine Rechnung nicht finden“

Rechnen Sie nun mit mir aus, wie viel Deckungsbeitrag pro Kunde zur Verfügung steht:

Bei angenommenen 40 € fürs Update sind 6,39 Umsatzsteuer und 1,11 Paypal-Gebühr. Bleiben 32,50 €. Die Lizenz kostet den Händler (je nach vereinbarten Konditionen) ca. 28 €.

Bleiben 4,50 € Deckungsbeitrag pro Kunde.

„Deckungsbeitrag“ bedeutet nicht, dass ich das pro verkauftem Update verdiene. Mit 4,50 € pro verkauftem Update kann ich meine Kosten (Zeit für Shoppflege, Beratung vor dem Kauf, Hilfe nach dem Kauf, Rechnungslegung, Buchhaltung, Kundeninformationen) decken.

Was glauben Sie – komme ich da auf meine Kosten?

Kann ich es mir leisten, für die Zeit des Updates, die gleichzeitig auch die umsatzstarke Vorweihnachtszeit ist, eine Aushilfe extra einzustellen? (Ich verrate es Ihnen: Auch wenn ich bessere Konditionen als im Beispiel habe: nein, ich komme nicht auf meine Kosten und kann mir daher sicher keine zusätzliche Aushilfe leisten!)

Bei Stick-Tutorials.de waren die Lizenzen eine Mischkalkulation. Es gab Artikel, an denen ich nichts verdient habe. An Updates zum Beispiel. Haben meine Stammkunden ein Update gekauft, dann wurden die Kosten quasi nicht mit dem Update-Preis bezahlt, sondern mit der Embird-Erstanschaffung.


Wie Embird-billiger.de mit dem Update umgehen wird, steht noch nicht abschließend fest. ist mittlerweile entschieden: Embird-billiger.de verkauft keine Updates. Wie Sie ein Update erwerben können, erkläre ich hier im Video.

Ich weiß erst seit heute Genaueres über das Update und denke erst seit heute über das Problem nach. Eine Möglichkeit wäre, dass Embird-billiger.de (wie viele andere Händler auch!) die Embird-Produkte mit kleinem Deckungsbeitrag wie Updates und Alphabete schlichtweg nicht mehr anbietet.

Wer sie will, kann sie dann direkt beim Hersteller kaufen. Diese Lösung hätte den Vorteil, dass ich mir jede Menge Arbeit spare – verdienen tue ich an dem Update mit Sicherheit nichts.

Gerade in der Vorweihnachtszeit habe ich genug andere Dinge zu tun – mal ganz abgesehen davon, dass ich neue Kurse – auch für eine andere Sticksoftware – entwickeln will. Was mir – zugegebenermaßen – mehr Spaß macht, als hunderte oder gar tausende von Updates zu verkaufen.

Diese Lösung hätte den Nachteil, dass meine Stammkunden sehen müssen, wo sie das Update kaufen. Der Hersteller wird es sicherlich anbieten, aber ausschließlich in englischer Sprache. Wer von den anderen deutschsprachigen Händlern das Update (mit allen Variationen (also z.B. auch von Embird 2008 auf 2018 usf) anbietet, weiß ich noch nicht. Wie soll ich mich entscheiden?

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir Ihre Meinung!

Nachtrag 22.11.2017: Gestern ist der Kurs „Embird & Silhouette – Stickmaschine & Plotter im Team“ erschienen! 🙂